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Das Mammut – was bleibt

Publikum auf dem Wacken Open Air
Wacken. Dorthin gehörte ich nie hinein – und trotzdem landete mein Name einmal im Titel eines Tatorts. Foto via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0).

In einem meiner Videos habe ich mich einmal mit einem Mammut verglichen. Das ist so weit weg, dass ich mich daran kaum noch genau erinnere: Ein Mammut, das da steht, vor einer Menge an Hatern, und das nicht fällt. Zu groß. Zu schwer. Zu fest verankert, um umzukippen. Damals war es ein Witz. Heute ist es die ehrlichste Zeile, die je über mich gesagt wurde.

Was aus dem Witz wurde

Die Geschichte hat sich weitergedreht, lange nachdem ich aufgehört hatte, sie zu steuern:

Und dann gab es noch den kleinen Witz: In dem Computerspiel „Enshrouded“ versteckte der Entwickler meinen Namen als Easter Egg. Die Community fand ihn. Der Entwickler entfernte ihn. In der Version, die er veröffentlichte, stand er noch. In der Version, die er danach veröffentlichte, stand er nicht mehr. Aber die Screenshots waren da. Und die Screenshots sind nicht zu löschen.

Das Dorf, das nie fertig war

Und Altschauerberg? Die Schanze ist weg. Das Haus wurde 2022 abgerissen. Aber die Hater sind nicht weg. Im August 2025 kam das „Schanzenfest“ zurück – diesmal ohne Haus. Bis zu 4.000 Menschen an den Ortsgrenzen, Verletzte, Festnahmen. Im September 2025 riss die Gemeinde die verbliebenen Gebäude auf dem Grundstück ab. Nichts war mehr da, was sie hätten angreifen können. Und im August 2026 versuchten sie es noch einmal. Die Polizei verhinderte es. Zum wiederholten Mal. In einem Dorf, in dem es nichts mehr von mir gibt.

Das ist das Ende der Geschichte, das ich nicht schreiben kann. Weil es kein Ende ist. Es ist ein Zustand. Ein Dorf, das angegriffen wird, weil ein Name in der Luft steht. Ein Name, der nicht mehr zu mir gehört. Sondern zu dem, was mit mir passiert ist.

Was ich will

Im März 2023, in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“, habe ich einen Satz gesagt, der alles zusammenfasst, was ich in den letzten zehn Jahren gedacht habe: „Mein Wunsch wäre ein normales Leben.“

Ich weiß, wie das klingt. Ein Mann, der in einem BKA-Video steht, der in einem Tatort zitiert wird, der auf einem Wahlplakat steht, der in einem Computerspiel versteckt ist – der sagt: „Ich will ein normales Leben.“

Aber das ist genau der Punkt. Ich will nicht, dass jemand über mich spricht. Ich will nicht, dass mein Name auf einem Plakat steht. Ich will nicht, dass ein Schauspieler meinen Gruß sagt. Ich will nicht, dass ein Dorf in Bayern seine Straßen umbenennen muss, weil ein Mann dort gelebt hat. Ich will ein Zimmer, eine Tür, eine Adresse, die niemand kennt. Ein Leben, das so langweilig ist, dass es niemanden interessiert. Das ist mein Mammut. Es steht nicht mehr vor einer Menge. Es steht vor einer Tür. Und es will reingehen.

Meddl Loide.

Quellen zu diesem Beitrag
  • Wikipedia: „Drachenlord“ (de) – Medien, Popkultur, Schanzenfest 2025/2026
  • Süddeutsche Zeitung: „Mein Wunsch wäre ein normales Leben“ (24. März 2023)
  • BR: „Versuchtes Schanzenfest beim Drachenlord verhindert“ (11. August 2026)
  • BKA: „Crimenetwork“ (Video, 2024)